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 DER   VERLAG   mit  3 U                                                                                                                                                                                                                     KUUUK logo braun auf weiß  

NICO N. LOHS
DIE NEUSSER
LESERIN
Ein fast schon literarischer Essay


 Cover von Nico N. Lohs Die Neusser Leserin, erschienen im KUUUK Verlag mit 3 U
Format: 12, 00 cm breit x 19,0 cm hoch, 114 Seiten, 

Rückenstärke mit Umschlag: ca. 9,00 mm, Gewicht 133 g, 

Umschlag 280 g/m², Chromosulfat, Papier 90 g/m², 

1,8-fach Volumen, Umschlag: vierfarbig, 4/0, CMYK, 

Innenteil: schwarz, 1/1


 INFO zum BUCH

EAN                           9783939832133
ISBN                     978-3-939832-13-3

Bestellnummer bei KUUUK      832133

 

Erschienen am 29. März 2009

 

Bestellnummer:  832133 für das Buch 

DIE NEUSSER LESERIN

 

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BUCH-KLAPPENTEXT-INNEN:

Sie lebt in Neuss, aber was bezweckt sie damit? Es ist eine solch unsinnige Frage, die Nico N. Lohs dazu antreibt, sich mit der „Neusser Leserin“ zu befassen. Diese ist eine gedachte Person, welche in ihrem Stadtraum beobachtet wird, ohne dass man diesen Menschen auch nur ansatzweise erfassen kann. Diese Einsicht treibt ihn an, ein Spiel der Erkundung zu beginnen. Das Buch wurde so ein Streifzug entlang einer Person und der Stadt, in welcher sie sich bewegt, sodass auch eine literarische Soziologie eines möglichen (weiblichen) Stadtbewohnerwesens skizziert wird. Mit diesem Essay versucht Lohs sich an einer Außergewöhnlichkeit. Schon das macht ihn lesenwert.

Nico N. Lohs wurde 1952 in Atlanta als Sohn eines amerikanischen Apothekers und einer deutschen Sportlehrerin geboren. Als er acht war, wanderte die Familie, die sich in Deutschland einst zusammengefunden hatte, zurück nach Neuss, wo die Eltern bald zusammen ein Hotel eröffneten. So wurde Nico N. Lohs ein echter Neusser. Lohs arbeitet seit Jahren als Angestellter in der Bauaufsicht, wobei er in seiner Freizeit immer wieder zur Feder greift. Seine Texte sind durch großen Esprit und auch substantiellen Mut gekennzeichnet. Der lange, kluge Essay über die „Neusser Leserin“ ist sein erstes Buch.

Buchauszug:

Wir stellen uns also einen Tag vor, einen
Tag mitten im Frühling, und zwar ist es der
Frühling, den wir in Deutschland so lieben
und mögen. An einem solchen Tag beobachten
wir folglich unsere Person, die nun freudestrahlend
und mit großer Begeisterung das
Haus verlässt, um auf die Straße zu treten.
Nehmen wir an, wir sind in Neuss. Neuss
ist eine Stadt des Rheins, die auf der anderen
(linken) Rheinseite liegt, sofern man es
mit dem eher rechtsseitigen Düsseldorf vergleicht.
Aus diesem Düsseldorfer Grunde
kommt Neuss auch öfter zu kurz, wenn die
Journalisten ihre Berichte schreiben oder die
Reporterinnen ausströmen, um sich mit dieser
alten und würdigen Stadt zu befassen. Das
ist sehr ungerecht, weil wir ja unsere Leserin
haben, die genau in diesem Neuss wohnt und
nun als Neusser Leserin auf die Straße (und in
dieses Buch) tritt.
Es scheint also die Sonne sehr friedlich auf
den Asphalt, durch Kirschbäume hindurch,
denn sie muss sich in dieser Stadt bewegen,
weil diese Stadt einfach danach ruft, dass sie
sich in ihren Häuserfluchten umtut, was ja
gar nicht selbstverständlich ist. So kam es,
dass wir uns entschieden haben, einen Beitrag
zu verfassen, der sich mit der Situation dieser
Frau (und der Stadt Neuss im allerweitesten
Sinne) befasst. Das ist nämlich nicht selbstverständlich,
dass sich eine weibliche Person
in die Stadt Neuss hineinbewegt, die auch sehr
gut eine junge Frau hätte sein können. Aber
am Alter wollen wir die Welt nicht festmachen.
Alter ist eine relative Größe. Die Neusser
Leserin ist in gewisser Weise alterslos.
Neuss, was ist das? Wir denken vielleicht
an die Pferde-Rennbahn. An das Clemens-
Sels-Museum. An die Skihalle, die sich mit
einer Biermarke im Namen schmückt und zudem
ein Lokal wie „Hochalm“ im Rheinland
zu begründen wusste. Neuss hat eine City, wo
die Straßenbahn schön durch die Fußgängerzone
fährt (ich meine diese wichtige Achse
Krefelder Straße, Niederstraße, Büchel und
Oberstraße), wo aber ganz in der Nähe dieser
Achse zugleich der Bahnhof als solcher kaum
wahrnehmbar ist. (Das Eingangsgebäude ist
derzeit sehr dezent, aber es wird laut Planung
umgebaut.) In Neuss gibt es übrigens einen
Windmühlenturm, der zum Wasserturm dann
wurde, und auch Kleingärten wie die vom
„Kleingärtnerverein Altstadt e.V.“! Aber wer
nutzt diese Dinge? Was ist mit unserer Leserin,
unserer Neusser Leserin? Macht sie von
allem überhaupt Gebrauch?


Eins ist klar: Bücher, das sind alles solche
Geschichten. Vertrackte Biografien, Widersprüche,
Bestrebungen des Befreiens, arglistig
widrige politische Umstände, Ausbruch und
Aufbruch, erstickende Elternhäuser: Nichts
hat ein Ende. Alles berührt und kann doch
auch noch „spannend“ sein, wenn man weiß,
was einen anspricht. Es gibt dann beim Lesen
solcher Bücher aufkeimende Hinterlassenschaften:
„Wurde die dann mit diesem Mann
ein Paar? Und wie die Kinder gezeugt hat!
Aber nein! Und als die auf der Flucht war,
oder als die alle zusammen emigrieren mussten!
– Oder: Wie die auf Seite 467 insgesamt
ein interessantes, vielleicht aber auch schwieriges
Schicksal zu verarbeiten und zu beschreiben
hatten! Aufregend! Findest du nicht?“
Solche Bücher würde sie wahrscheinlich
gerne lesen, solche Bücher werden wir wahrscheinlich
auch bei ihr in ihren vielen Bücherregalen
finden, die Jahr für Jahr und Tag für
Tag weiteren Zuwachs bekommen. Vielleicht
sind die Bücher auch ihre Kinder, weil sie selber
keine hat, auch nie haben wollte. Und eine
Katze ist bei ihr auch nicht zu finden. Dennoch
zwitschern die Vögelchen munter auf
ihrem Balkon. Zimmerpflanzen gedeihen.
Sobald die Neusser Leserin feststellt, dass
sie Bücher liest, wo es um schreckliche Verbrechen
geht, wie das Grauen von Auschwitz,
wo es sehr, sehr viele Berichte gibt, ganz und
gar authentische oder authentisch-literarische,
von Menschen, die Auschwitz überlebt
haben, oder die Aufenthalte in anderen Konzentrationslagern
(die Liste ist ja so furchtbar
lang!) überlebt haben, und dann darüber
schrieben. Und diese sehr oft überaus erschütternden
Berichte, die von Männern und
Frauen verfasst wurden, diese Berichte wird
unsere Neusser Leserin besorgen und bis zur
letzten Seite schonungslos lesen, wenn nicht
gar durcharbeiten. Es geht dabei immer um
ein „Warum?“, einen biografischen Ansatz,
um die Frage, wie das Leben funktioniert, und
warum man da landet und da nicht landet,
welche Schicksalsschläge eine Rolle spielen
oder an welchem Punkt das eigene Verhalten
den wesentlichen Ausschlag für Jetzt spielt.
(„Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie
abends ...“, schrieb bekanntlich Celan.)

Format: 12, 00 cm breit x 19,0 cm hoch, 114 Seiten, Rückenstärke mit Umschlag: ca. 9,00 mm, Gewicht 133 g, Umschlag 280 g/m², Chromosulfat, Papier 90 g/m², 1,8-fach Volumen, Umschlag: vierfarbig, 4/0, CMYK, Innenteil: schwarz, 1/1



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(ISBN = Internationale Standard Buchnummer)
978-3-939832


 

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