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DER
VERLAG mit 3 U


Matthias Höltje
ZEITENTEMPEL
176 Gedichte zum Spiel von
Zeit und Ewigkeit aus dem Kontinuum
der Postmoderne + BEIGABE:
56 Textkommentare aus des Dichters
postreflektierendem Vermächtnis
INFO zum Buch
EAN 9783939832041
ISBN 978-3-939832-04-1
Bestellnummer bei KUUUK 832041
Im Oktober 2007 erschienen.

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Format: 14,8 x 21,0 cm, 200 Zählseiten, Rückenstärke mit Umschlag: ca. 15,00 mm, Gewicht circa 300 g, Umschlag 280 g/m² Chromosulfat, Papier 90 g/m², Umschlag: vierfarbig, 4/0, CMYK, Innenteil: schwarz, 1/1
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BUCHRÜCKENTEXT:
"Was Matthias Höltje schreibt und in Texte
einfließen lässt, ist
weit mehr als ein Kontinuum der uns bewegenden Zeit, oder auch
anrührenden Nicht-Zeit. Wer Höltje liest, gewinnt
auch eine Vorstellung
von den ungeheuerlich-paradoxen Wechselfällen des uns
befremdlich
traktierenden Lebens. Dies gilt besonders dann, wenn der Dichter
Wahrheiten im Strom eines entfernten kosmonautischen Treibens
beleuchtet. Wie aber könnte menschliche Existenz in ihrer wohl
ewigen
Vielschichtigkeit anders überhaupt erklärt werden?"
Matthias Höltje, geboren in Braunschweig, aufgewachsen in der Lessingstadt Wolfenbüttel, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften und Hispanistik an der Freien Universität in Berlin. Nach einem zusätzlichen Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch und Spanisch war er anderthalb Jahre als Referendar an Gymnasien in Halle/Saale in Sachsen-Anhalt tätig. Sein langjähriger literaturwissenschaftlicher Arbeitsschwerpunkt umfasst die Weltliteratur – und hier insbesondere deren symbolische Formen, die Aspekte der Esoterik und Metaphysik einschließen. Der Autor, der u. a. im Tourismus arbeitete, konnte durch viele Reisen, auch in außereuropäische Länder, sein Kulturwissen erweitern. Dies schließt die Kenntnis fernöstlicher Religionen und aus diesem Kulturkreis stammende Meditationstechniken ein. Der Dichter versteht sich als Kosmopolit und fühlt sich als weiterer Kunstform der zeitgenössischen Musik zugetan. Obwohl gebürtiger Niedersachse, ist er seiner Wahlheimat, dem kulturellen Schmelztiegel Berlin, verbunden, wo er auch lebt und arbeitet. Literaturwissenschaftlich wegbereitende Arbeiten zu Stéphane Mallarmé und García Lorca sind von ihm in den Jahren 2000 und 2004 erschienen.

TEXTQUELLE S. 100 - 104
Überschriften vom Autor bewusst mal "mittig", mal seitlich gesetzt!
siehe auch: http://books.google.de/books?id=ieAr3tOYFMQC&pg=PA1&dq=h%C3%B6ltje&sig=ACfU3U2h5b94dSHVj5ulQclVxoJJ5w3Qkg
Wer dem Teufel die geschuldete Ehre zollt,
schenkt ihm sein verbrauchtes Kleid zurück.
Wir wünschen ihn zum Fenster raus,
doch geht er mit Anzug durch die Tür hinaus.
Wer alles auf die Waage legt,
hat nichts mehr auf die Seite zu legen.
Nein, nein, bestimmt kein Druckfehler!
Ich dachte nur, es wären alle so wie ich, wirklich!
Das Verstehen zu weilen zu groß;
das Leben zu eilen zu langsam.
Es hat einen Grund, warum ich Philosoph bin.
– Weil die anderen es nicht sind.
Gott
Dass Gott in der Welt unsichtbar ist, zeigt doch nur,
dass er mit seiner Schöpfung noch nicht zufrieden ist.
Wohin gehen wir? – Fragen Sie nicht so viel,
setzen Sie endlich einen Fuß vor den anderen!
Jung Sein bedeutet
die Füße zum Himmel hinauf Werfen.
Könnte ich mich selbst voraussagen,
wäre ich nicht der unbegrenzte Himmel.
Keine Ziele Heben heißt
wie der Prophet auf Wolken durch den Nebel Schweben.
Trauer, ziehst du vorüber,
so nimm mich fort von hier!
Manche durchwandern die Welt,
indem sie sich einmal um sich selbst drehen.
Dort war nur Abgrund,
folglich also auch nur Höhe.
Dem Fliegenden sind selbst
die Berge noch wie Täler.
In der Hexenküche standen alle Kräuter bereit,
nur die Mischung war noch unklar.
Wie wir’s auch wenden, es zählt allein
das Blut, das wir hier spenden.
Du gibst den Leuten das Ihre
und erhältst das Deine zurück.
Bon Mot
Zwecks fester Lösung
locker binden.
Tiefsinnig: Der Psychologe
ist der Erforscher der tiefen Einbildung anderer.
Glückliches Los: Der Dichter
träumt und dichtet immer.

TEXTQUELLE S. 119
EIN BEISPIEL FÜR DIE KOMMENTIERUNG DER GEDICHTE DURCH DEN AUTOR SELBST.
siehe auch: http://books.google.de/books?id=ieAr3tOYFMQC&pg=PA1&dq=h%C3%B6ltje&sig=ACfU3U2h5b94dSHVj5ulQclVxoJJ5w3Qkg
Der Mensch ist kein Nutzfahrzeug.
Der Mensch ist keine Kartoffel.
Wär‘ der Mensch ein Nutzfahrzeug,
wär‘ sein Leben leicht.
Wär‘ der Mensch eine Kartoffel,
verspeiste man ihn vielleicht.
Doch der Mensch ist kein Nutzfahrzeug,
und auch keine Kartoffel.
Daher ist sein Leben gar nicht leicht
und er als Speise ungenießbar
– vielleicht.
Der Mensch ist nicht als ein Objekt geboren, vielmehr als ein Subjekt, so zumindest vermeinen wir es seit der Epoche der Aufklärung zu wissen. Er bleibt zwar mit der Erde, dem Materiellen und der Natur verbunden, sollte sich aber nicht dazu erniedrigen, Handlanger für andere zu sein; er sollte besonders vor Ausbeutung auf der Hut sein und sich unter Umständen bäuerlich-ungehalten zeigen. Wie der Ackermann hat der Mensch seinen eigenen Boden, auf dem er am besten gedeiht, gleichwohl er oft auf fremden Boden zu wandern angehalten sein mag. Billiger Nutzen und Profit sind jedoch nicht die einzigen Kategorien, die ihm für sein wesentliches Heil zukommen, was nicht heißt, dass es nicht nützliche Dinge gibt – wie die Kartoffel – und er selbst nicht sinnvolle Dinge für sich und andere tun sollte. Doch sich nicht vereinnahmen zu lassen, dies fordert einen beständigen Kampf, ein Abgleichen unterschiedlicher Positionen, eine fruchtbare Reibung in der Auseinandersetzung um das sich ändernde Maß der Dinge. Auf der Grundlage sozialer Interdependenz bleibt das Verhältnis von Subjekt zu Subjekt stets neu zu bestimmen. Der Mensch ist zudem aufgerufen, das Verhältnis zwischen subjektiven und objektiven Weltbezügen zu erkennen.
978-3-939832
Steuernummer Finanzamt St. Augustin 222/5197/1744
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